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Die Magnetschwebebahn [Transrapid] in Changsha, Hunan

Die Magnetschwebebahn [Transrapid] in Changsha, Hunan

Seit dem 6. Mai 2016 verkehrt in Changsha, der Hauptstadt der Provinz Hunan, eine Magnetschwebebahn [Transrapid].
Es die zweite Strecke in China, nach der Transrapid-Strecke in Shanghai, auf der eine Magnetschwebebahn im öffentlichen Personen Nahverkehr, im regulären Einsatz ist.
Der am 6. Mai 2016 in Changscha aufgenommene Probebetrieb der Magnetschwebebahn hat bereits einige Verbesserungen des Fahrbetriebes ermöglicht.

Magnetschwebebahn [Maglev] Changsha, Hunan
Quelle: People’s Government of Hunan Province  hunan.gov.cn

Es ist die erste in völliger Eigenregie gebaute und auf einheimischer Technologie basierende Magnetschwebebahn [Maglev] Chinas.
Im Gegensatz zum Transrapid ist die Magnetschwebebahn in Changsha für den Bereich mittlere bis niedrige Geschwindigkeiten ausgelegt.

Die 18,5 km lange, auf Ständern stehende Strecke, deren Bau im Mai 2014 begann, verbindet den Südbahnhof der Stadt, in dem auch Hochgeschwindigkeitszüge halten und die dortige U-Bahn-Station mit dem Changsha Airport.
Sowohl die Strecke der Magnetschwebebahn als auch die darauf fahrenden Züge sind für eine Spitzengeschwindigkeit von 120 km/h ausgelegt. Im regulären Betrieb wird aber nur eine maximale Geschwindigkeit von 100 km/h genutzt. Die Fahrt, mit einem Stop auf einem Unterwegsbahnhof, dauert rund 20 Minuten.

Bisher sind 5 Züge mit jeweils 3 Wagen in Betrieb, bei einer geplanten maximalen Kapazität von 363 Passagiern pro Zug.
Die Züge verkehren zur Zeit von 7 - 21 Uhr und mittlerweile mit einem Abstand von rund 15 Minuten.
Durch den Einsatz von zwei weitere Zügen soll sich der Zugabstand weiter verkürzen.

Die Magnetschwebebahn soll 40 Minuten schneller sein als der Airport Shuttle Bus und 20 Minuten schneller als ein Taxi. Ob sie aber schneller sein wird, als die in der Planung/Bau befindliche U-Bahnlinie 6 zum Airport, bleibt abzuwarten.

Entwicklung
An der Entwicklung der Magnetschwebebahn in Changsha, die vor ungefähr 11 Jahren begann, waren solche bedeutenden Unternehmen wie  CRRC Corp. Ltd. und China Railway Construction Corp. Ltd. [CRCC] sowie die National University of Defense Technology [Changsha] beteiligt. Gebaut wurde die Magnetschwebebahn von CRRC Zhuzhou Locomotive Co., Ltd. in Changsha.

Kosten
Das Changsha Magnetschwebebahn Projekt wurde durch Public Private Partnership [PPP] finanziert und hat bis jetzt einen Umfang von 4,29 Milliarden Yuan RMB oder vergleichsweise 580 Millionen Euro
Die Kosten für den Bau eines Kilometers der Strecke werden mit 195 Millionen Yuan RMB angegeben und sollen damit geringer sein als für einen Kilometer U-Bahn und deutlich geringer als für einen Kilometer Ligth rail [Tram], was bezweifelt werden darf.

Betreiber

Der Betreiber der Magnetschwebebahn in Changsha ist die extra dafür gegründete Hunan Maglev Transportation Development Co., Ltd.

Weil die Stadtväter von Changsha hoffen, daß eine eigene städtische Magnetschwebebahn überall in China Nachahmer findet, was ein großes Auftragsvolumen für die in der Stadt ansässige CRRC Zhuzhou Locomotive Co., Ltd. bedeuten würde, sind sie bereit, die Anfangsverluste einer eigenen Maglev-Stadtbahn auf wenigstens sechs bis acht Jahre hinaus zu tragen.

Auslastung
Für den 1. September 2017 wird eine Gesamtsumme von bisher einer Million gefahrener Kilometer auf der Strecke genannt.
Bei durchschnittlich 8 000 Passagieren pro Tag sollen insgesamt 3.56 Millionen Passagiere befördert worden sein.

Bei überschlagsmäßiger, wohlwollender Rechnung wurde damit bisher eine Auslastung der Magnetschwebebahn von etwas mehr als 40 % erreicht.

Zusammenarbeit
Im August 2016 begrüßte Zhang Jianfei, Hunans Vize Gouverneur, den Geschäftsführer der ThyssenKrupp Transrapid GmbH Dr.-Ing. Friedrich Löser und seine Begleiter, die auf Einladung in Changsha weilten.
Zhang Jianfei erklärte unter anderem die Bereitschaft zu einer Zusammenarbeit mit der deutschen Seite im Bereich der Magnetschwebebahn für mittlere Geschwindigkeiten.

Offensichtlich hält man die deutschen Entwickler des Transrapids immer noch für kompetenten Partner, wenn es um Fragen der Magnetschwebebahn geht.
Mal sehen was die deutschen Manager diesmal daraus machen und ob sie das Angebot zur Zusammenarbeit auf diesem Gebiet annehmen oder ob es wieder, wie beim Transrapid, scheitert.

Zukunftspläne
In China gibt es aktuell Pläne und Projekt zur Errichtung von Magnetschwebebahnen für mittlere Geschwindigkeiten in Beijing [bereits im Testbetrieb], in Qingyuan in der Provinz Guangdong, in der Provinz Sichuan, in der die beiden Städte Deyang and Chengdu miteinander verbunden werden sollen und in der Autonomen Region Xinjiang.

In China, wie auch in Japan bestehen in bestimmten Kreisen offensichtlich immer noch Hoffnungen mit der Technologie der Magnetschebebahn [Maglev] nicht nur in China, sondern weltweit großes Geld zu verdienen. Deshalb wird hier wie dort auch an der Entwicklung eigener Hochgeschwindigkeits-Magnetschwebebahnen gearbeitet.



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